Kälin

Familienname/Nachname
Häufigkeit: sehr häufig

Etymologie

Nicht ganz sicher zu deutender Name; mundartlich Chääli, nach SZNB 3, 189, am ehesten ein Übername im Sinne einer i-Ableitung zu mhd. kël(e) ‘Kehle, Hals; Luftröhre, Schlund’ für eine Person “mit einer auffälligen Halspartie”. Denkbar ist aber wohl auch ein Übername zu schwzdt. (älter) Chǟli ‘Mann, der wackelig geht’ (Id. 3, 197) bzw. Challi, Chälli ‘ungeschlachter, schwerfälliger Mensch; Tölpel, Tropf; Grobian; unbarmherziger Mensch; untersetzter Mann’ für eine Person, der man eine der genannten Charakterzüge oder Eigenschaften nachsagte (vgl. Id. 3, 194 f.). Gegen diese Deutung spricht allerdings, dass das Mundartwort nicht vor dem 19. Jh. belegt ist, während die ersten Belege für den Familiennamen schon aus dem 14. Jh. stammen (vgl. SZNB, a.a.O.). Der Name gehört auch kaum zu mhd. kal ‘kahl’ für einen Mann mit wenig Haar, einem Wort, das dem älteren Schwzdt. ebenso fast vollständig fehlt. Denkbar (jedoch lautlich problematisch) ist vielleicht ein Bezug zum Flurnamentyp Chäle, Dim. Chäli ‘natürlicher Einschnitt im Boden, Rinne, Kluft’, womit der Name wohl als Wohnstättenname zu taxieren wäre. Die Zuordnung von Kälin “zu ahd. hathu, kelt. cato- ‘Kampf’”‘’ in RNB 3, 187, ist sicherlich abzulehnen.
(Berchtold/Graf, Die Familiennamen der deutschen Schweiz)

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