Schneider

Familienname/Nachname
Häufigkeit: sehr häufig

Etymologie

Berufsname zu mhd. snîdære ‘Schneider, Kleidermacher’ für den Hersteller von Textilien, wobei unterschiedliche Spezialisierungen seit ältester Zeit auszumachen sind, die auch obrigkeitlich geregelt werden mussten. Mit der Häufigkeit des Berufs gehen aber auch zahlreiche sekundäre Wahrnehmungen des Schneiders einher, die allmählich auf den Stand als ganzen sowie auch auf die Namenmotive übergreifen konnten: So ist der Schneider häufig eine lächerliche Figur, vor der Heirat mit einem Schneider wird gewarnt; er gilt als liederlich, mager, feig, armselig, schwächlich, energielos, furchtsam, aber auch grosstuerisch usw. (vgl. Id. 9, 1126). Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Familienname nicht in jedem Fall auf den Beruf des ersten (Über-)Namenträgers zurückzuführen ist, sondern vielfach eine jener genannten äusserlichen oder charakterlichen Eigenschaften reflektiert. Die Form <Schneider> (traditionell mit langem ī ausgesprochen) ist eine verhochdeutschte Schreibweise der diphthonglosen Formen Schnider und Schnyder.
(Berchtold/Graf, Die Familiennamen der deutschen Schweiz)

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