Schweizer

Familienname/Nachname
Häufigkeit: sehr häufig

Etymologie

Herkunftsname zum Ortsnamen bzw. Ort Schwyz, dem Hauptort des gleichnamigen Kantons, späterhin wohl auch Herkunftsname zum Kantonsnamen bzw. Kanton selbst (vgl. schwzdt. Schwīzer ‘der/die aus dem Kanton Schwyz’). Nach der Schlacht bei Sempach 1386 wurde die Bezeichnung Swiz oder Sweiz von deutschen Chronisten als Sammelname für alle Orte der Eidgenossenschaft verwendet. Letztere benutzten den Oberbegriff Schweizer allerdings nicht für sich, da er von den Gegnern als Schimpfname verwendet wurde. Im Schwabenkrieg 1499 wendete sich dieses Empfinden, und die als Schweizer verhöhnten Eidgenossen fingen an, sich aus Trotz selbst so zu bezeichnen. Erst im 18. Jahrhundert begann der Chronist Johannes von Müller damit, die Eidgenossen als Schweizerische Eidgenossen zu bezeichnen. Etymologisch identisch ist der Familienname Schwitter (und Varianten), der auf die alte Form des Ortsnamens Swites u.ä. zurückgeht und sich analog zu Bildungen wie Näfeler zu Näfels oder Stanner zu Stans verhält. Ausserhalb der Schweiz kann Schweizer (und Varianten) auch einfach ‘der aus der Schweiz’ bedeuten (vgl. Duden, FamN 2005, 611). Inwiefern die verselbständigten Bedeutungen für appellativisches Schweizer als ‘Söldner aus der Schweiz in ausländischen Diensten; Leibwächter oder Türsteher an einem ausländischen Fürstenhof; Bauer oder Pächter, der Viehzucht mit Milchwirtschaft betreibt, Betreiber einer Meierei; Melker; Konditor’ (vgl. Ebner 2015, 686) in (ausser-schweizerischen) Familiennamen vorliegen kann, ist unklar (vgl. auch Id. 9, 2266ff.).
(Berchtold/Graf, Die Familiennamen der deutschen Schweiz)

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